Bottrop Gernegroß

Alex am 07.03.07 in Bottrop

,Die Ausgangslage ist folgende: In Bottrop passiert was. Abriss Hallenbad. Einkaufzentrum bauen. Hallenbad bauen. Das Geld ist da und los gehts.

Wir sind Baumeister. Und wir bauen groß. Wie so häufig in dieser Stadt größer als ihr zu Gesicht steht. Bottroper Visionen? Der Gernegroß regt sich wieder.

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Geografisch am nördlichen Rande des Ruhrgebietes platziert, sehen wir beim Blick durchs Wohnzimmerfenster gen Süden die Stadt Essen. Da gehts ab. Kulturhaupstadt, Neubau…na was wohl? Genau, Einkaufszentrum. Essen hat auch seinen Berliner Platz. Das verkannte Genie unter Deutschlands Großstädten. Essen geht seinen Weg. Essen hat Identifikation.

Schauen wir durchs Schlafzimmerfenster nach Norden, weht uns direkt “gesunde” Landluft um die Nase. Da ist es ruhig und schön. Da herrscht der westfälische Friede. Damit kann man sich identifizieren. Die machen so weiter. Als Bottroper geht das alles nicht.

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“Ahh Boddrop, Muwie Wörld, yes, yes!”, sind die einzigen identifikationsstiftenden Momente, die es als Bottroper ausserhaus zu erleben gilt. Fast hätte ich den Alpin Center vergessen und natürlich…den Tetraeder. Aber Identifikation? Die hab ich mit den Gebäuden nicht, die waren noch nicht mal da, als es mit mir anfing. Das Hallenbad war da. Und sein großes, buntes Fenster war schön anzuschauen. Jetzt ist allerdings genug geschaut, jetzt wird erstmal gekauft. Im neuen Einkaufszentrum. Alles in allem hübscher verpackt. Viel Licht wird eine freundliche Umgebung schaffen in der ich identifikationsstiftende Käufe tätigen kann. Verkauft wird das gleiche wie immer. Nix mit Prada, Gucci, Dior. Nix was Bottrop mit einem weltstädtischen Duft überwehen könnte.

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Warum nicht anders? Sind wir doch mal ehrlich. So häßlich ist Bottrop doch nicht. Kein roher Diamant, aber mehr als ein Stück Kohle. Es braucht wie immer Kreativität. Von allen. Standortmarketing hat mit Identifikation zu tun. “Jetzt aber mal her damit”, hat da noch nie funktioniert. Da muss umgedacht werden. Im konkreten Fall des Bottroper Hallenbades, hätte man sich sicherlich über eine mögliche “freie” Nutzung bis zum Abriss nachdenken können. Die Kulturschaffenden der Stadt hätten da mit Sicherheit eine gute Idee präsentiert. Oder mal den identitätslosen Bürger fragen.

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Man muss gelegentlich etwas anders machen, um nicht in Routine zu verfallen. Die Rolle des Kleinods im nördlichen Ruhrgebiet, Naherholungsgebiet gestresster “Großstädter”, stünde Bottrop besser. Ein Refugium für “Best Ager”! Keine Ramschgassen und Euro Shops. Da ist mehr zwischen Pferde- und Michaelismarkt.

Wie sollten unseren zukünftigen Gästen das bieten was sie wollen: Ein wenig mehr vom westfälischen Frieden. Für den müssen sie dann auch nicht mehr so weit fahren.

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