Papa to go
Alex am 20.09.07 in Dunkler Bereich

Was tun wenn der Kindergeburtstag ansteht, aber Papa irgendwo auf der Welt ein Gewehr spazieren trägt? Es ist wie immer, einfach ne Copy ziehen.
Als Flat Daddies werden die ausgedruckten und auf Pappe gezogenen Doppelgänger der Liebsten genannt. Man muss kein Romantiker sein um das äußerst unromantisch zu finden. Und wer hat’s erfunden? Die Amerikaner.
Genauer gesagt das Militär. Oberfeldwebel Barbara Claudel von der Nationalgarde in Maine ist Urheberin dieser Idee. Dabei führte sie wahrscheinlich nur Gutes im Schilde, so wie jeder christliche Fundi in den Vereinigten Staaten. Das mit Erfolg:

Mehrere Tausend Daddies sind schon im Einsatz. Und da Frau in den USA auch in den Krieg zieht, gibt es natürlich auch Flat Mamas. Und Sisters.
Und ein Buch das helfen soll.
Trotzdem finde ich es befremdlich und schockierend, das Bevölkerungsteile einer aufgeklärten zivilen Gesellschaft sich mit einem Pappkameraden trösten lassen.
Ihn Umarmen. Ihn füttern wollen. Geballte Kinderliebe verteilt auf 1qm Presspappe. Das der Rest dieser Gesellschaft es überhaupt soweit kommen lässt, verwundert nicht wenn man über den Teich schaut. Vereinigte Staaten der Dumpfheit.
Ist dies doch nicht die erste Geschmacklosigkeit die rüber schwappt.
Das ist also mein europäischer Blick auf die amerikanische Kultur. Durch die Spottbrille. Gut für die Angehörigen ist es trotzdem.

